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Gastexpert:innenWarum Authentizität kein statischer Zustand ist
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Warum Authentizität kein statischer Zustand ist

Von Julie Doucet

Von Julie Doucet

Coach, Facilitator & Mindfulnesstrainerin

In diesem Artikel erfährst du:

  • Warum es wichtig ist, dass wir unsere Werte kennen, um authentisch zu sein.
  • Meine Geschichte von Überanpassung hin zu einem authentischeren Leben.
  • Wie du durch ab und zu mal unauthentisch sein authentischer bist.

 

Authentizität – was verbindest du damit? Welches Gefühl macht sich in deinem Körper breit, wenn du diesen Begriff liest? Heute erfüllt mich die Vorstellung von Authentizität mit Freude und Neugierde auf diesen Prozess. Denn – Achtung Spoiler – Authentizität ist kein statischer Zustand, sondern ein sich wandelnder Prozess! Mehr dazu gleich.

Dass ich Authentizität toll finde, war nicht immer so – früher löste es ein Gefühl der Enge in mir aus, verbunden mit dem Gedanken, dass „authentisch sein“ etwas ist, dass ich nicht sein möchte. Ich wollte nicht so sein, wie ich war. Mit allen Macken und Besonderheiten. Alles, was ich wollte, war dazugehören, nicht besonders auffallen und vor allem gemocht werden.

„Wenn du dich selbst nicht besonders magst, willst du auch nicht authentisch sein.“

Bereits in der Kindheit hatte ich immer wieder das Gefühl, nicht dazuzugehören und irgendwie seltsam zu sein. Das wurde wahrscheinlich durch unschöne Mobbingerfahrungen in der frühen Jugend verstärkt. Aufgrund meiner Körpergröße bin ich aufgefallen und war automatisch anders. Auch was meinen Geschmack anging, passte ich in keine Schublade: Kleidung? Von punkig bis Barbie war alles dabei. Musik? Höre ich täglich in verschiedenen Genres von Klassik bis Rock, Reggae bis hin zu spiritueller Mantra Musik. Hobbies? Als Kind habe ich Ballett getanzt, Judo gemacht und Handball gespielt, im Domchor gesungen und E-Bass gelernt – der Klassiker halt. Szene? Ich habe nie die eine Clique gehabt, immer Freundschaften aus allen möglichen Kreisen.

So viel zu mir. Was hat das jetzt mit Authentizität zu tun?

Dieses Gefühl des Unwohlseins, wenn jemand von Authentizität sprach oder gesagt hat „sei einfach du selbst“ war damit verknüpft, dass ich das Gefühl hatte: ich selbst zu sein = nicht gut zu sein. „Ich bin nicht gut genug, viel zu viel, viel zu anders, zu leise, zu laut.“ – Viele von uns kennen diese Glaubenssätze. Ihr Ursprung ist vereinfacht gesagt, die Angst davor, ausgeschlossen zu werden. Wie genau der Glaubenssatz dann bei dir lautet, hängt von deinen Erfahrungen ab. Evolutionär gesehen war es früher (so circa Steinzeit) sehr wichtig zur Gruppe dazuzugehören und akzeptiert zu werden. Die Wahrscheinlichkeit, allein überleben zu können, ging für unsere Vorfahren gegen null.

„Der Ursprung deiner Glaubenssätze ist vereinfacht gesagt, die Angst davor, ausgeschlossen zu werden.“

Daher kommt zum Beispiel auch das Gefühl der Scham. Es verfolgt den Zweck, uns als Signal zu dienen: „Achtung, du machst gerade etwas, das in dieser Gesellschaft nicht erwünscht ist!“. Weil das Gefühl so unangenehm ist, versuchen wir Scham zu vermeiden – und zack, schon wieder spalten wir etwas ab, was ursprünglich ganz natürlich zu uns gehört hat. Auch wenn wir heutzutage nicht mehr in gleicher Weise um unser Überleben bangen und kämpfen müssen, sind diese Ur-Ängste und Reaktionen nach wie vor in unserem Gehirn verankert. Und in unserer Gesellschaft ist es zugegebenermaßen nicht immer leicht, ganz man selbst zu sein, ohne dafür irgendwie bewertet zu werden. Es wird uns schon früh beigebracht, nach den Regeln zu spielen.

„Das Gefühl der Scham verfolgt beispielsweise den Zweck uns zu zeigen, dass wir etwas tun, was in der Gesellschaft nicht erwünscht ist.“

Nimm dir einen Moment Zeit für dich und reflektiere:

  1. Was vermeidest du zu tun/ sein, damit du akzeptiert wirst?
  2. Wann und mit wem hast du das Gefühl, entspannt du selbst sein zu können?

Authentizität setzt meiner Ansicht nach voraus, zunächst einmal alle diese Anteile, die deine vielseitige Persönlichkeit ausmachen, zu kennen und zu akzeptieren. Dann ist es auch hilfreich zu wissen, wann und wo du dich mit Leichtigkeit authentisch fühlst, also alle diese Anteile da sein dürfen. Dies kann je nach Umfeld variieren. Jetzt kommt nämlich folgender Punkt ins Spiel: manchmal musst du unauthentisch sein, um authentisch zu sein. Was sich unter Freund:innen und in deiner Freizeit ganz natürlich anfühlt, kann sich für dich im Business eher unpassend anfühlen – und das ist okay! Für mich persönlich fühlt es sich einfach besser an, manche Menschen zu Siezen und ich muss nicht bei jedem „Wie geht’s dir?“ komplett ehrlich ausholen. DAS wäre unauthentisch für mich. Jeder Kontext kann unterschiedliche Seiten in dir hervorbringen, die sich zeigen wollen. Und jede davon darf da sein.

„Was sich für dich vor 1 Jahr authentisch angefühlt hat, kann und darf heute ganz anders sein.“

Authentizität ist ein Prozess. Du bist im Wandel, die Welt ist im Wandel, alles verändert sich. Was sich also für Dich vor 1 Jahr, 1 Woche oder 1 Tag authentisch angefühlt hat, kann heute ganz anders sein. Vielleicht hast du einen neuen Wissensstand, alte Ansichten verworfen, ungesunde Gewohnheiten abgelegt, neue Gedankenmuster erlernt. Und dann erlaube dir bitte, diese Veränderungen zu leben und zu kommunizieren! Kenne deine Werte und lebe nach ihnen! Wenn du weißt, was dir wichtig im Leben ist und danach lebst, erschaffst du Kongruenz und mehr Zufriedenheit.

 

Kleine Übung:

  1. Schreibe 5 Werte auf, die dir wichtig sind. Brauchst du Inspiration? Dann findet du hier ist eine Liste mit Werten.
  2. Priorisiere diese Werte auf einer Skala von 1-5. Überlege, wann du diese Werte bereits lebst und wo du entgegen diesen Werten handelst.
  3. Was kannst du tun, um sie mehr und mehr in deinen Alltag zu integrieren?

„Mein Fazit zum Thema Authentizität: Es geht um Akzeptanz.“

Mein Fazit zum spannenden Thema Authentizität ist: Es geht um Akzeptanz und darum, einfach zu sein. Du musst nichts dafür TUN, eher geht es darum zu ent-lernen und loszulassen, was du dachtest, sein zu müssen. Heute weiß ich, dass ich bin. I AM. Das sind zwei sehr kraftvolle Worte, sie brauchen nichts, was auf sie folgt. „Ich bin“ – das umfasst alle Anteile, die da waren, da sind und sein werden. Ich nehme mich und das Leben mit allen Farben an, 360° Leben. Auch wenn das bedeutet, dass ich mich mal einen Tag lang doof finde. Auch das ist authentisch sein.

 

Ich wünsche mir und dir, dass wir uns erlauben, alle Farben unserer selbst zu leben – wir sind alle bunt und das ist wunderschön!

Von Julie Doucet

Von Julie Doucet

Coach, Facilitator & Mindfulnesstrainerin

Ich unterstütze dich durch Personal Coaching und Achtsamkeit bei deiner persönlichen Entwicklung zu einem erfüllten Leben. 

 

„People are my passion.“ Mich faszinieren Menschen und ihre individuellen Geschichten, ihre Wahrnehmung und ihre Sicht auf das Leben. Unvoreingenommen und achtsam zuzuhören, in intensivem Austausch zu sein, bewegende Momente zu teilen und gemeinsam auf die Reise der (Selbst-)Erkenntnis zu gehen ist für mich unglaublich erfüllend und bereichernd.

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